MEDIA PROTECT e.V. – Familien stärken im digitalen Zeitalter

„MEDIA PROTECT e.V. – Familien stärken im digitalen Zeitalter“ ist ein gemeinnütziger Verein. Er wurde am 17.12.2014 gegründet. Gründungsmitglieder sind: Dr. Paula Bleckmann (1. Vorsitzende), PD Dr. Thomas Mößle (2. Vorsitzender), Gerhard Weber (Kassier), Eberhard Freitag, Prof. Dr. Christoph Möller, Anna Maier-Pfeiffer, Arnhild Zorr-Werner.

Computerspielsucht und Facebooksucht, Empathieverlust durch TV- und PC-Gewalt, Übergewicht, Schulprobleme: Es gibt viele schwerwiegende Risiken, die mit problematischer Bildschirmmediennutzung verbunden sind. MEDIA PROTECT möchte Familien stärken und aufklären, als Mittel der frühen Vorbeugung gegen diese Gefahren. Mit diesem Ziel bereitet der Verein derzeit konkret die Umsetzung des Elternberatungsprogramms MEDIA PROTECT an Kindergärten und Schulen ab dem Schuljahr 2015/16 vor.

Ziele des Vereins
Vorgeschichte
Projektphase 2015/16
Evaluation im Kontrollgruppendesign
Fortbildung zum MEDIA PROTECT Coach
Spenden

1. Ziele des Vereins

Folgende Grundlagen sind für den Verein leitend:

  • Auf Kinder wirken Medien anders
  • Bindung statt Bildschirm (Kinder brauchen "High Touch" statt High Tech)
  • Eltern sind für frühe Vorbeugung gegen Medienrisiken unverzichtbar

Vor dem Hintergrund dieser Grundlagen verfolgt der Verein folgende Ziele:

  • Für Medienmündigkeit statt Mediensucht
  • Für starke und verlässliche Beziehungen in Familien
  • Für mehr Verankerung im realen Leben und weniger Bildschirmzeit
  • Für mehr Lernen mit allen Sinnen, gegen Bildschirmgeräte in Kinderzimmern
  • Für mehr Zeit lassen und Muße erleben, gegen "Dauerbespaßungsdruck"
  • Für Toleranz und Respekt, gegen Zeigefinger-Pädagogik
  • Für gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen
  • Für frühe ressourcenorientierte Prävention der Mediensucht und anderer Cyber-Risiken

 

2. Vorgeschichte

Das Elternberatungsprojekt MEDIA PROTECT wurde von PD Dr. Thomas Mößle, Medien- und Entwicklungspsychologe und Dr. Paula Bleckmann, Medienpädagogin, zusammen mit Dipl. Päd. Eberhard Freitag von Return – Fachstelle Mediensucht in Hannover entwickelt. Es wurde bereits im Jahr 2012/13 in einer einjährigen Pilotphase für Eltern von Grundschulkindern durchgeführt. Einen Bericht über die Hintergründe, die Konzeption, sowie die wissenschaftliche Begleitung der einjährigen formativen Phase 2012/13 finden Sie hier. Die Entwicklung des schriftlichen Begleitmaterials für Eltern sowie die Umsetzung des Projekts an der Projektschule wurde finanziert durch eine Spende in Höhe von 3000 Euro von der Firma Sick in Waldkirch. Herzlichen Dank an Frau Gisela Sick!

 

3. Projektphase ab 2015/16

Die ermutigenden Ergebnisse aus der formativen Phase führten dazu, dass das MEDIA PROTECT Team eine Umsetzung an einer größeren Anzahl an Grundschulen und den sie umgebenden Kindergärten beantragte. Das Konzept des Programms wurde aufgrund der Rückmeldungen aus der formativen Phase erweitert und verbessert: An der Grundschule wird neben den Kernmodulen für Eltern (pädagogische und technische Unterstützung) nun auch eine auf zwei halbe Tage ausgeweitete Fortbildung für die Grundschullehrkräfte angeboten. Neu ist, dass MEDIA PROTECT nun auch an Kindergärten angeboten wird. Dabei wird Beratung für die Eltern der Kinder im letzten Kindergartenjahr angeboten, und die Erzieherinnen erhalten eine ebenfalls zwei halbe Tage umfassende Fortbildung. Neu hinzugekommen ist das Modul für Kinder in Form einer interaktiven Theateraufführung, die derzeit vom Kindertheater Radelrutsch in Absprache mit dem MEDIA PROTECT Team neu konzipiert wird.

Für die Finanzierung der praktischen Umsetzung an Bildungseinrichtungen konnte der BKK Dachverband gewonnen werden. Dabei wird auch die Entwicklung der Fortbildungsmodule und Manuale, sowie die Fortbildung zum MEDIA PROTECT Coach selbst, sowie die Manualentwicklung für die ErzieherInnen- und Grundschullehrkräfte finanziert. Die Umsetzung erfolgt zunächst an insgesamt 8 Projektschulen und 40 Projektkindergärten an zwei Projektstandorten im Raum Hannover und Raum Freiburg.

4. Evaluation im Kontrollgruppendesign

Inzwischen gibt es zwar viele Programme zur Prävention problematischer Bildschirmmediennutzung, aber nur sehr wenige, deren Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt werden konnte. Eine Überprüfung der Wirksamkeit von MEDIA PROTECT kann erfreulicherweise in einem dreijährigen Forschungsprojekt mit Finanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt werden. Hierfür konnte die Pädagogische Hochschule Freiburg (Prof. Eva-Maria Bitzer) gewonnen werden, die eine cluster-randomisierte Kontrollgruppenstudie konzipiert hat, um zu überprüfen, ob mit MEDIA PROTECT tatsächlich die gesteckten Ziele erreicht werden können. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) unterstützt die PH Freiburg in der Durchführung der wissenschaftlichen Begleitung. Das Forschungsprojekt ist Teil eines größeren, vom BMBF finanzierten Präventionskonsortiums: "Health Literacy in Childhood and Adolescence" unter der Leitung von Prof. Ullrich Bauer, Universität Bielefeld.

5. Fortbildung zum MEDIA PROTECT Coach

Um für die Projektphase 2015/16 genügend Multiplikatoren zur Verfügung zu haben, die sowohl direkt in der Elternberatung als auch für die Fortbildungen der Mitarbeiter an den Bildungsinstitutionen eingesetzt werden können, startet ab Frühjahr 2015 die Fortbildung zum MEDIA PROTECT Coach.

6. Spenden

Zur Unterstützung der Ziele von MEDIA PROTECT e.V. sind Spenden sowohl in Form von Zeit (z.B. zum Versand der Printversion des Elternratgebers) oder auch von Geld herzlich willkommen. Ob Mitarbeit oder Spende, für Fragen stehen wir gerne unter media-protect@posteo.de zur Verfügung. Selbstverständlich erhält jede/r Spender/in zeitnah eine Spendenbescheinigung.

MEDIA PROTECT e.V.
Kontonummer 4090776600
GLS Bank (BLZ 43060967)
IBAN DE42 4306 0967 4090 7766 00